hamet e+ – Berufliche Potenziale erkennen
hamet e+ ist ein wissenschaftlich standardisiertes Verfahren zur Erfassung beruflicher Kompetenzen und Potenziale. Es unterstützt Menschen dabei, ihre individuellen Stärken zu erkennen und bietet Fachkräften eine fundierte Grundlage für Beratung, Förderung und berufliche Orientierung.
Verschiedene Kostenträger – darunter die Agentur für Arbeit, Landratsämter und Ministerien – erkennen hamet als Bestandteil der Eingangsdiagnostik an.
Für wen eignet sich hamet e+?
Die Zielgruppen sind insbesondere:
- Menschen in der Berufsorientierung
- Beschäftigte der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)
- Menschen in Maßnahmen in der beruflichen Teilhabe
Was beinhaltet hamet e+?
Als standardisiertes Verfahren erfüllt hamet e+ die Testgütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität. Es dient der Diagnostik praktischer, persönlicher, sozialer und methodischer Potenziale.
Die Potenziale werden anhand handlungsorientierter Aufgaben erfasst und durch die systematische Beobachtung potenzialrelevanter Verhaltensweisen ergänzt. Die Aufgaben orientieren sich an beruflichen Anforderungen und ermöglichen eine praxisnahe Einschätzung individueller Kompetenzen.
Die vier zentralen Säulen von hamet e+
hamet e+ basiert auf den vier zentralen Säulen Messen, Beobachten, berufliche Interessen und Selbstreflexion. Erst durch das Zusammenspiel dieser Bereiche entsteht ein umfassendes Kompetenzprofil.
Messen
erfasst mit standardisierten, handlungsorientierten Aufgaben praxisnahe berufliche Kompetenzen und liefert objektive, vergleichbare Ergebnisse. Dabei werden unter anderem Feinmotorik, Kraftdosierung, Konzentrationsfähigkeit, Planungsfertigkeiten und der Umgang mit Werkzeugen betrachtet.
Beobachten
ergänzt die Ergebnisse durch die systematische, standardisierte Einschätzung von Arbeitsweise, Arbeitsorganisation, Problemlösestrategien, Motivation, Frustrationstoleranz und dem Umgang mit Herausforderungen.
Berufliche Interessen
zeigen persönliche Neigungen und bevorzugte Tätigkeitsbereiche auf und unterstützen die berufliche Orientierung.
Selbstreflexion
ermöglicht den Teilnehmenden, eigene Stärken, Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten bewusst wahrzunehmen und in den weiteren beruflichen Orientierungsprozess einzubeziehen.
Die sechs Faktoren von hamet e+
Bei der Entwicklung des hamet wurden Expert*innen aus verschiedenen Berufsgruppen zu den typischen Anforderungen ihrer Berufe befragt. Ziel war es, die wesentlichen handwerklich-motorischen Kompetenzen zu identifizieren, die für eine erfolgreiche Berufsausbildung von Bedeutung sind. Auf dieser Grundlage wurden entsprechende Aufgaben entwickelt und mit Proband*innen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden anschließend einer Faktorenanalyse unterzogen. Diese bestätigte die angenommenen übergeordneten Kompetenzen und zeigte, dass diese mit den entwickelten Aufgaben gemessen werden können. Da es sich um übergeordnete Kompetenzen handelt, lassen sich diese auf unterschiedliche berufliche Tätigkeiten übertragen und werden im hamet als Kompetenzen bzw. Potenziale verstanden.
Die sechs Faktoren umfassen:
- A Routine und Tempo
- B Werkzeugsteuerung und -einsatz einfach (Feinmotorik)
- C Wahrnehmung & Symmetrie
- D Instruktionsverständnis & -umsetzung
- E Werkzeugeinsatz & -steuerung komplex (Grobmotorik)
- F Messgenauigkeit & Präzision
Für jeden der sechs Faktoren stehen verschiede Aufgaben zur Verfügung. Diesebilden die Grundlage für ein aussagekräftiges Kompetenzprofil.
Alle Aufgaben des hamet e+ sind in vier Schwierigkeitsstufen unterteilt. Die Auswahl der geeigneten Stufe orientiert sich an der individuellen Leistungsfähigkeit der Teilnehmenden.
Durchführung von hamet e+
Die Durchführung von hamet e+ erfolgt nach einem standardisierten Ablauf, der eine hohe Vergleichbarkeit und Qualität der Ergebnisse sicherstellt.
Der Personalschlüssel zur Durchführung von hamet e+ beträgt 2:4. Eine Testleitung beobachtet maximal zwei Teilnehmende. Dieser Personalschlüssel ist aus Gründen der Durchführbarkeit und der Sicherstellung der Beobachtungsqualität einzuhalten.
Durch den Aufbau von Stationen und die Rotation der Teilnehmenden wird gewährleistet, dass die Beobachtung durch wechselnde Personen in unterschiedlichen Situationen erfolgt.
Vor jeder Testaufgabe wird zunächst gemeinsam mit den Teilnehmenden das Vorprogramm durchgeführt. Dabei werden Anforderungen und Umsetzung der Aufgabe demonstriert. Die Teilnehmenden können üben und Fragen stellen. Die Testleitung kann bei Bedarf korrigieren, unterstützen und motivieren.
Qualität und Standards
Zur Sicherstellung der Ergebnisqualität ist die Durchführung ausschließlich durch hamet geschulte Fachkräfte zulässig. Es darf ausschließlich Originalmaterial verwendet werden.
Das Material ist urheberrechtlich geschützt und ausschließlich über den hamet Onlineshop erhältlich. Eine Vervielfältigung oder Weitergabe ist nicht gestattet.
