Neues Fachkonzept EV/BBB für WfbM – Kompetenzanalyse, LuV und eM@w in der Praxis

Mit dem neuen Fachkonzept für das Eingangsverfahren (EV) und den Berufsbildungsbereich (BBB) in Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) hat die Bundesagentur für Arbeit die fachlichen Grundlagen weiterentwickelt. Das Konzept trat am 1. Januar 2026 offiziell in Kraft und löste die alten Vorgaben aus dem Jahr 2010 ab.

Das Fachkonzept WfbM verfolgt das Ziel, Bildungs- und Förderprozesse noch stärker an den individuellen Fähigkeiten, Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten der Teilnehmenden auszurichten. Für die Praxis bedeutet dies eine stärkere Fokussierung auf personenzentrierte Kompetenzanalysen und die digitale Übermittlung via eM@w. Für die flächendeckende Umsetzung vor Ort und die Anpassung der Qualitäts- und Leistungshandbücher (QLHB) gilt für die Werkstätten eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2026.

Im Mittelpunkt stehen:

  • Personenzentrierte Förderung
  • individuelle Bildungswege
  • Kompetenzorientierung
  • Qualitätsentwicklung
  • transparente Dokumentation
  • digitale Prozesse
  • Förderung von Übergängen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt

Die hamet® Verfahren unterstützen Werkstätten für Menschen mit Behinderung seit vielen Jahren bei der standardisierten Erfassung berufsbezogener Kompetenzen. Sie können Einrichtungen dabei unterstützen, die Anforderungen des neuen Fachkonzepts WfbM an Kompetenzanalyse, individuelle Bildungsplanung sowie Leistungs- und Verhaltensbeurteilungen (LuV) praxisnah und nachvollziehbar umzusetzen.

Für Werkstätten und andere Leistungsanbieter bedeutet das neue Fachkonzept, Bildungs- und Förderprozesse noch stärker an den individuellen Fähigkeiten, Entwicklungsmöglichkeiten und beruflichen Perspektiven der Teilnehmenden auszurichten.

Kompetenzanalyse als Grundlage des Eingangsverfahrens

Am Beginn des Eingangsverfahrens steht die Frage:

Welche Kompetenzen, Fähigkeiten und Entwicklungspotenziale bringt die teilnehmende Person mit?

Eine strukturierte Kompetenzanalyse bildet die Grundlage für alle weiteren Schritte im Berufsbildungsbereich. Sie unterstützt Fachkräfte dabei, vorhandene Ressourcen objektiv zu erfassen, Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar zu machen und individuelle Bildungsziele abzuleiten.

Eine standardisierte Kompetenzanalyse hilft dabei,

  • vorhandene Ressourcen sichtbar zu machen,
  • Entwicklungsfelder zu erkennen,
  • Individuelle Bildungsziele abzuleiten,
  • Notwendige Unterstützungsbedarfe zu identifizieren und
  • Den weiteren Qualifizierungsweg zu planen.

Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die weitere Planung im Berufsbildungsbereich.

Von der Kompetenzanalyse zur Eingliederungsplanung

Die im Eingangsverfahren erhobenen Kompetenzen bilden die Basis für die individuelle Eingliederungsplanung. Das neue Fachkonzept WfbM sieht vor, Bildungs- und Förderziele gemeinsam mit den Teilnehmenden zu entwickeln, regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf fortzuschreiben.

Auf Grundlage der Kompetenzanalyse können unter anderem festgelegt werden:

  • individuelle Bildungsziele
  • Qualifizierungsmaßnahmen
  • Praktika und betriebliche Lernorte
  • Unterstützungsangebote
  • Entwicklungsschritte

Die Eingliederungsplanung wird damit zum zentralen Instrument der personenzentrierten beruflichen Bildung.

Leistungs- und Verhaltensbeurteilungen (LuV)

Die Leistungs- und Verhaltensbeurteilungen (LuV) sind ein zentraler Bestandteil des neuen Fachkonzepts EV/BBB. Sie dienen dazu, die Entwicklung der Teilnehmenden während des Eingangsverfahrens und des Berufsbildungsbereichs systematisch zu dokumentieren und die individuelle Bildungsplanung regelmäßig zu überprüfen und fortzuschreiben. Dabei werden unterschiedliche Kompetenzbereiche betrachtet, die für berufliche Bildung und Teilhabe am Arbeitsleben relevant sind.

Beobachtet werden können beispielsweise:

Persönliche Kompetenzen und Arbeitsverhalten

Hierzu zählen unter anderem:

  • Motivation und Leistungsbereitschaft
  • Ausdauer und Durchhaltevermögen
  • Selbstständigkeit
  • Eigeninitiative
  • Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt

Praktische und berufsbezogene Kompetenzen

Dazu gehören beispielsweise:

  • praktische Fertigkeiten
  • Fein- und Grobmotorik
  • Arbeitsorganisation
  • Genauigkeit
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Aufgabenverständnis

Methodische Kompetenzen

Hierzu gehören unter anderem:

  • strukturiertes Vorgehen
  • Informationsverarbeitung
  • Analysefähigkeit
  • Problemlösefähigkeit
  • selbstständiges Entwickeln von Lösungsstrategien

Soziale Kompetenzen

Dazu zählen beispielsweise:

  • Teamfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kooperationsfähigkeit
  • Achtsamkeit im Umgang mit anderen

Eine strukturierte Beobachtung dieser Kompetenzbereiche unterstützt Fachkräfte dabei, Entwicklungsfortschritte sichtbar zu machen und Bildungsziele individuell abzuleiten.

eM@w – Digitale Dokumentation im neuen Fachkonzept WfbM

(eM@w) weiter an Bedeutung. Sie unterstützt den digitalen Austausch von Informationen zwischen Werkstätten beziehungsweise anderen Leistungsanbietern und der Bundesagentur für Arbeit.

Über eM@w werden künftig unter anderem Berichte, Dokumentationen sowie Leistungs- und Verhaltensbeurteilungen digital übermittelt. Dadurch steigen die Anforderungen an eine strukturierte und nachvollziehbare Dokumentation der Bildungs- und Entwicklungsprozesse.

Für Einrichtungen bedeutet dies:

  • Strukturierte Dokumentationsprozesse
  • standardisierte Datenerfassung,
  • nachvollziehbare Entwicklungsverläufe,
  • höhere Transparenz

Je klarer Beobachtungen und Bewertungen dokumentiert werden, desto einfacher lassen sich die erforderlichen Informationen für LuV und eM@w bereitstellen.

Qualitäts- und Leistungshandbuch (QLHB)

Ein weiterer Bestandteil des Fachkonzepts EB/BBB ist die Einführung eines Qualitäts- und Leistungshandbuchs (QLHB). Es unterstützt Werkstätten dabei, ihre Prozesse transparent zu beschreiben, einheitlich umzusetzen und kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Im Qualitäts- und Leistungshandbuch werden unter anderem beschrieben:

  • Kompetenzfeststellung
  • Bildungsplanung
  • Dokumentationsprozesse
  • Qualitätsmanagement
  • Zuständigkeiten und Abläufe

Das QLHB trägt dazu bei, die Qualität der beruflichen Bildung nachvollziehbar darzustellen und gleichzeitig einheitliche Standards innerhalb der Einrichtung zu schaffen.

Warum standardisierte Kompetenzfeststellungen wichtiger werden

Mit den Anforderungen an Kompetenzanalyse, Eingliederungsplanung, LuV und eM@w wächst die Bedeutung nachvollziehbarer Beobachtungs- und Bewertungsverfahren.

Standardisierte Verfahren können Einrichtungen dabei unterstützen,

  • Kompetenzen systematisch und objektiv zu erfassen,
  • Kompetenzprofile zu erstellen,
  • Entwicklungsverläufe zu dokumentieren,
  • Bildungsziele abzuleiten,
  • Fördermaßnahmen zu planen.

Sie schaffen eine gemeinsame Grundlage für Beobachtung, Dokumentation und Qualitätsentwicklung.

Kompetenzfeststellung mit hamet

Die hamet Verfahren unterstützen Fachkräfte seit vielen Jahren bei der strukturierten Beobachtung berufsbezogener Kompetenzen.

Die Ergebnisse können unter anderem genutzt werden für:

  • Kompetenzanalysen im Eingangsverfahren
  • Eingliederungsplanung
  • Individuelle Förderplanung
  • Verlaufsbeobachtung
  • Vorbereitung von Leistungs- und Verhaltensbeurteilungen (LuV)
  • Dokumentation von Entwicklungsfortschritten

Die standardisierte Erfassung beruflicher Kompetenzen schafft eine nachvollziehbare Grundlage für Bildungsentscheidungen und unterstützt Fachkräfte dabei, Entwicklungsprozesse transparent zu dokumentieren. Damit kann hamet einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung des Fachkonzepts WfbM leisten.

Häufige Fragen zum neuen Fachkonzept EV/BBB

Das Fachkonzept beschreibt die fachlichen Grundlagen für das Eingangsverfahren und den Berufsbildungsbereich in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Es legt den Schwerpunkt auf Personenzentrierung, Kompetenzorientierung, individuelle Bildungsplanung und eine nachvollziehbare Dokumentation.

Sie hilft dabei, vorhandene Kompetenzen, Ressourcen und Entwicklungspotenziale systematisch zu erfassen. Auf dieser Grundlage können individuelle Bildungsziele und Unterstützungsmaßnahmen geplant werden.

Die hamet Verfahren ermöglichen eine strukturierte Beobachtung berufsbezogener Kompetenzen. Die Ergebnisse können unter anderem für Kompetenzanalysen, die individuelle Bildungsplanung, Fördermaßnahmen sowie die Dokumentation von Entwicklungsverläufen genutzt werden.

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Gerne informieren wir Sie über die verschiedenen hamet Verfahren und unterstützen Sie dabei, das passende Verfahren für Ihre Zielgruppe und Ihren Einsatzbereich auszuwählen.

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